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Hurtigrutemuseet

Geschichte

Historien

 

Die erste organisierte Küstfahrt in Nordnorwegen fand im Jahre 1838 statt mit dem Dampfschiff Prins Gustav, welches während den Sommermonaten die Strecke zwischen Trondheim und Tromsø bediente. Als sich nach einiger Zeit mehrere Schiffe die Aufgabe teilten, wurde die vom Staat betriebene Route verlängert. 1857 wurde erstmals beschlossen, dass private Reedereien ins Spiel kommen sollten. Diese sollten einen Ersatz für die Postbeförderung darstellen und eine gewisse direkte Staatsstütze kriegen. Es dauerte jedoch mehrere Jahre, bevor sich eine Reederei fand - weiterhin traute sich niemand, das Risiko des Schiffverkehrs im Nordpolarmeer auch im Winter auf sich zu nehmen.
Der im Innenministerium angestellte Dampfschiffskonsulent August Kriegsmann Gran wandte sich 1891 erneut alten Plänen zu, nämlich eine Schnellverbindung zwischen Süd- und Nordnorwegen zu erstellen. Er ereiferte sich für eine Expressroute zwischen Trondheim und Hammerfest, welche auch Anschluss an den Zug von Trondheim nach Kristiania (dem alten Oslo) haben sollte.

 

Zuschriften wurden sowohl an „Det Bergenske Dampskibsselskab (Bergische Dampfschiffsgesellschaft) als auch an „Det Nordenfjeldske Dampskibsselsab (Nordenfjeldsche Dampfschiffsgesellschaft) gesendet. Keine der beiden hatte jedoch Interesse, mit einem Angebot aufzukommen. Der Grund dazu war unter anderem die schlechte Kartierung der Route – es existierten nur zweizur Schiffsfahrt genutzte Landkarten, also ohne Detailinformationen zum Untergrund, und das wenig ausgebaute Leuchtfeuernetz. Die Pläne wirkten im Allgemeinen zu unsicher, und sie wurden vorläufig zur Seite gelegt. Während einer Reise traf August Kriegsmann Gran 1892 Richard With in Harstad. Dieses Treffen endete mit einem Angebot der Vesteraalens Dampskibsselskap (Vesterålens Dampfschiffsgesellschaft). Richard With verlangte 70 000 Kronen um ganzjährig wöchentliche Fahrten durchzuführen. 1893 wurde ein Vierjahresvertrag unterzeichnet, welcher With zu Fahrten zwischen Trondheim und Hammerfest verpflichtete, mit neun Anlaufshäfen im Sommer und Trondheim und Tromsø im Winter.

 

Am Sonntag, dem 2. Juli 1893 um 08.30 Uhr konnte die DS Vesteraalen die Glocken zur Abfahrt läuten, und legte vom Brattørakai in Trondheim ab, mit Kurs nach Hammerfest. Man kann sich gut denken, wie stolz die Männer waren welche 67 Stunden später auf der Schiffsbrücke standen, als dass Schiff 30 Minuten vor der geplanten Ankunft am Kai von Hammerfest anlegte.

Die Hurtigrute war endlich errichtet. Dies war der Start eines wichtigen Teils der Küstengeschichte – vielleicht sogar des wichtigsten, mit festen Fahrzeiten auch im Winter. Bereits im darauf folgenden Jahr, 1894, gingen die nächsten Nutzungsrechte an „Det Bergenske Dampskibsselskab“ und „Det Nordenfjeldske Dampskibsselskab“. Allmählich wurden weitere Abfahrten pro Woche eingeführt und die Route wurde verlängert. 1914 hatte die Hurtigrute fünf Abgänge pro Woche, welche alle von Bergen nach Kirkenes fuhren. Tägliche Abfahrten wurden 1936 eingeführt, und dabei ist es bis heute geblieben, mit einzigem Unterbruch während der Kriegsjahre. Mit täglichem Abgang von Bergen haben wir heute elf Hurtigrutenschiffe, welcher auf ihrer Reise in 34 Städten hallt machen. Im Sommer wird zusätzlich Geiranger angelaufen.

 

Der Krieg hatte große Konsequenzen für die Hurtigrute. Bereits am 9. April 1940 wurde die Hurtigrute abgebrochen.

 

Einzig die DS Dronning Maud beendete ihre Fahrt um ihre Ladung in Kirkenes zu löschen. Die anderen Schiffe wurden dort entladen wo sie sich befanden. DS Mira, DS Polarlys und DS Nordnorge wurden zwischenzeitig von den Deutschen übernommen. Gegen Ende des Sommers 1940 kam die Hurtigrute wieder in Gang. Als die Finnmark nach dem Angriff auf die Sowjetunion 1941 zum Kriegsgebiet wurde, verkürzte man die Route bis Tromsø. Um die Verbindung auch in der Finnmark aufrechtzuerhalten, wurden Boote als Ersatzrute eingesetzt. Dies waren kleine Fahrzeuge, welche viele anspruchsvolle Touren in jedem Wetter zurücklegten. Von den 15 Schiffen welche 1940 fest als Hurtigrute fuhren, wurden ganze neun gesenkt. Auch unter den Ersatzbooten hatte man als Folge von Kriegshandlungen mehrere Verluste. Über 700 Menschen kamen ums Leben.

Nach dem Krieg begannen die Wiederaufbauarbeiten auch bei der Hurtigrute. Die üblichen Fahrten nach Kirkenes wurden im Jahre 1946 wiedereingeführt, mit fünf Abfahrten pro Woche. Vier neue Schiffe wurden in Italien bestellt. Dies waren MS Erling Jarl, MS Midnatsol, MS Vesterålen und MS Sanct Svithun. Sie wurden zwischen 1949 und 1950 geliefert. Ab 1953 konnte man wieder täglich von Bergen aus losfahren. In den 50er und 60er Jahren kam die Hurtigrute in eine einmalige Position im Norwegischen Verkehr. Mit ca. einer halben Million Reisenden zusätzlich zur Post- und Güterfrachtung wurde die Hurtigrute zu einem der größten Transportunternehmen in Norwegen.

 

Auch in der Nachkriegszeit wurde die Hurtigrute nicht ganz verschont. Zwei dramatische Verluste hinterließen ihre Spuren in der Geschichte der Küstlinie. Diese waren der Verlust der DS Nordstjernen, die am 22. September 1954 im Raftsund auf Grund lief, und der MS Sanct Svithun, welche am 21. Oktober 1962 stark vom Kurs abgekommen war und beim Nordøyan Leuchtfeuer sank. Bei beiden Untergängen kam es zu Todesopfern.

Im Norwegen der Nachkriegszeit wurde besonders Entwicklung großgeschrieben. Dies schaffte unter anderem eine gute Verkehrsgrundlage für die Hurtigrute. Mit der neuen Ära kamen neue Schiffe, und in 1964 nahm man Abschied von der DS Lofoten, welches mit Baujahr 1932 das letzte Dampfboot der Flotte war. Der Ausbau des Zug- und Straßennetzes, der Bau von Brücken und die Weiterentwicklung innerhalb des Flugverkehrs führten zu einer Neustrukturierung des Verkehrwesens. In den 70-er Jahren nahm die Passagierzahl stark ab.

 

1982/83 kam eine neue Schiffsgeneration zum Einsatz. MS Midnatsol, MS Narvik und MS Vesterålen waren Schiffe mit hohem Standart und moderner Güterhandhabung, welche die älteren Hurtigrutenschiffe ablösten. In allen Kabinen waren nun Dusche und Toilette zu finden, und auch die älteren Schiffe wurden damit ausgestattet. Ein neuer Plan wurde 1987 ausgearbeitet, der vermehrt auf Tourismus fokussierte. Die Öffentlichkeit schlug vor, der Hurtigrute mit einer Übergansstütze ökonomisch wieder auf die Beine zu helfen – nur solange es notwendig sei. In allen darauf folgenden Jahren bis in die Gegenwart erhielt die Hurtigrute Überweisungen vom Staat.

 

Eine neue Generation Hurtigrutenschiffe begann 1993 mit der MS Kong Harald. Bis 2003 wurden neun der elf Schiffe ausgewechselt. Das ist die größte Erneuerung in der Geschichte der Hurtigrute. Die neuen Schiffe haben großen Komfort für Kurs- und Konferenzreisen. Die drei neuesten haben zudem Fitnessraum sowie Sauna und Whirlpool. Eines der Schiffe hat sogar ein Schwimmbassin.

 

Die Hurtigrute ist auch über Norwegens Grenzen hinaus bekannt als ”die Schönste Seereise der Welt”, und ist einer der Hauptbestandteile des norwegischen Tourismus. In den Wintermonaten fahren zwei der Routenschiffe auf Kreuzfahrt in die Antarktis. Das beinhaltet dass die Veteranen MS Nordstjerne von 1956 und MS Lofoten von 1964 wieder im normalen Routenverkehr zum Einsatz kommen. Des Weiteren machen auch die neuesten Schiffe einige Spezialreisen während des Winterhalbjahres. Die Hurtigrute geht einer spannenden Zukunft entgegen.

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